Wie wir den Blockpreis errechnet haben

Eine Stunde sind 60 Minuten. Um also bei einem Charterunternehmen, welches nach Blockzeit abrechnet, 60 Minuten "Flugzeit" zu bekommen, muss man auch diese 60 Minuten bezahlen. Zieht man nun durchschnittliche 10 Minuten für das Rollen am Flugplatz ab, verbleiben 50 Minuten in der Luft, das ist der Zeitraum, den Sie bei uns bezahlen - 50 Minuten. Den von uns in Rechnung gestellten Charterpreis für 50 Minuten rechnen wir nun auf die 60 Minuten hoch, die Sie bei einem Unternehmen zahlen, welches nach Blockzeit abrechnet, um die gleiche "Flugzeit" für Sie zu erhalten.

Beispiel: Cessna F152 kostet bei uns 106,00 EUR zzgl. 61,00 EUR Treibstoff, pro 60 Minuten in der Luft sein. Da Sie 50 Minuten in der Luft sind, bekommen Sie also 139,17 EUR berechnet. Daraus folgt, dass Sie bei einem Unternehmen mit Blockzeitabrechnung einen Charterpreis von 139,17 EUR Blockzeit unterschreiten müssen, um ein billigeres Angebot zu haben.

Bei längeren Flügen ist dieser Preis etwas anderes, Sie zahlen aber bei der Abrechnung nach Blockzeit immer mehr !

Der Begriff der Blockzeit

Der Begriff der Blockzeit kommt von den Blöcken, die zur Sicherung der Flugzeuge in der Parkposition vor und hinter die Räder gelegt werden. Werden die Blöcke entfernt ist dies die Off-Block-Zeit, welche dann mit dem Beginn der Tätigkeit des Piloten das Flugzeug zu führen gleichgesetzt wird. Werden die Blöcke nach Erreichen der Parkposition nach dem Fluge vorgelegt, ist das die On-Block-Zeit, die Zeit zu der die Tätigkeit wieder endet. Sie findet sich als Definition für gewerbliche Flüge in der 2.DV LuftBO §2 Abs.4 und entspricht der Formulierung, wie Sie für die "Flugzeit" des Piloten in der Teil-FCL genannt ist.

der Mietpreis an sich Mietpreises

Allen Betriebskosten des Flugzeuges liegt dessen Betriebszeit, also wie unten erläutert die Zeit zwischen Start und Landung zugrunde, durch das "rollen" entstehen lediglich ca. 10% der Treibstoffkosten, wie Sie im Fluge enstehen würden.

Beispiel: Ein Flugzeug benötigt durchschnittlich 20 Liter Treibstoff pro Stunde im Fluge, dann benötigt es etwa 2 Liter pro Stunde beim Rollen, bei einer Rollzeit von etwa 10min pro Flug entstehen hierdurch 0,4 Liter zusätzlichen Verbrauch, dieser kostet etwa 1,- EUR)

Ist es dann gerechtfertigt, dass für 1 EUR Mehrkosten der volle Charterpreis verlangt wird ?

Die Abrechnung des Personals bei Leistungen, die im Zusammenhang mit einem Flug stehen, ist dagegen durchaus im erweiterten Zeitraum gerechtfertigt.

Die Zeit des Piloten

Um einige Verwirrungen rund um das Thema Zeiten in der Fliegerei aufzuklären, möchte ich hier eine kleine Betrachtung zu diesem Thema anstellen.

Eigentlich möchte man glauben, dass man die "Flugzeit" beim Fliegen ganz einfach bemessen kann:

"Der Flug beginnt mit dem Start und endet mit der Landung"

Aber sooo einfach ist es nun auch nicht, denn die Tätigkeiten des verantwortlichen Piloten erstrecken sich ja auch auf einen Zeitraum vor und nach der Landung, was zur grundlegenden Differenzierung der Zeit führen muss.

Eigentlich beginnt der Pilot mit Tätigkeiten lange bevor er überhaupt ins Flugzeug steigen kann. Diese Tätigkeiten umfassen zum Beispiel die eigentlichen Flugplanung, die Wetterberatung, die Leistungsdaten des Flugzeuges zu ermitteln, sich über die Öffnungszeiten der Flugplätze in Kenntnis zu setzen, und natürlich variiert diese Zeit stark und richtet sich unter anderem nach der Erfahrung, der Flugstrecke und der komplexität des Fluges. Hinzu kommen die Betriebsverfahren des Flugzeuges, die sich auf den Zeitraum vor dem Anlassen und Rollen beziehen, hier sei zum Beispiel die obligatorische Vorflugkontrolle oder aber auch das Auftranken zu nennen. Alle diese genannten Zeiträume finden bei den Aufzeichnungen des Piloten keinerlei wiederhall.

Dem Gesetz nach beginnt die Tätigkeit des Piloten, zumindest im nicht gewerblichen Bereich, nämlich erst mit dem Verlassen der Parkposition zum Zwecke des Starts (Teil-FCL Abschnitt A, FCL.010). Danach hat er noch weitere Maßnahmen zu ergreiffen und Verfahren durchzuführen bis er schließlich den Start durchführen kann. Dann endlich FLIEGEN !!!!! Die obligatosche Landung beendet dann unseren Flug, aber erneut nicht unserer Tätigkeit als Pilot. Denn nach dem verlassen der Piste müssen erneut Verfahren eingehalten werden und das Flugzeug muss zu seiner Parkposition gebracht werden. Erst dort an der Parkposition endet, nachdem alle Triebwerke abgestellt sind, der gesetzliche Tätigkeitszeitraum des Piloten (Teil-FCL Abschnitt A, FCL.010).

Aber auch nach diesem Zeitpunkt sind noch Tätigkeiten durch den Piloten auszuführen. Diese sind unter anderem: Das Sichern des Flugzeuges, Die Dokumentation, Selbstverständlich sollte auch eine Nachbereitung des Fluges stattfinden, um die eigenen Fähigkeiten und Kenntnisse auch Anhand eigener Erfahrungen zu verbessern.

Die Zeit des Flugzeuges

Was die Betriebszeit des Flugzeuges angeht, kommen wir zur ersten Überlegung zurück. Aus dem §30 LuftBO geht hervor, dass für das Flugzeug die Startzeit und die Landezeit im Bordbuch zu dokumentieren ist und die Betriebszeit (die sich aud der Differenz ergibt).

Folgen für die Vermietung von Flugzeugen

Die Vermietung der Flugzeuge ist grundlegend an die Betriebszeit gebunden, da der große Teil der Kosten durch den Betrieb verursacht wird. Nun sollte man meinen, dass sich die zu bezahlende Mietzeit an der Betriebszeit des Flugzeuges orientiert. Einige Unternehmen sind aber dazu über gegangen diese Zeit um den Zeitraum zu erweitern, inder sich das Flugzeug "in Betrieb befindet" (aber eben nicht fliegt). Begründet wird dies mit den Hinweis, das das Flugzeug ja auch da Kosten erzeugt und schließlich der Pilot diese erweiterte Zeit auch als Flugzeit für sich dokumentieren kann.

Diese Argumentation ist falsch