Bericht über das Traininglager 2015 in Eisenach (EDGE)

von Renate


Bericht zum Trainingslager 2015

passiert in Eisenach (EDGE) und Umgebung
vom 18. bis 20. September 2015




Wer kennt das Geheimnis von Eisenach?



Hallo liebe Fliegerkameraden und- innen, heute will ich wieder einmal von einem einmaligen Trainingslager (nein, nicht nur dieses Jahr, jedes Jahr findet es statt!) der Panoramaflug berichten.

Diesmal hat sich die Crew unter der Idee des Campleiters Pittiplatsch, der liebe (wer kennt das noch?) Peter selbst übertroffen.

Nach zwei Tagen Dauerregen knipsten sie das Wetter ab und verwandelten es in fliegbares Flugwetter und nicht in Fliegerwetter ......Wer das nicht kennt, bei Fliegerwetter bleiben die Fliegzeuge am Boden und die Flieger dürfen trinken......

Nein es war exzellentes Flugwetter und so machten sich 20 trainingswillige Flieger auf den Weg nach Eisenach-Kindel. Die Panoramaflug heut keine Mühe gescheut und zusätzlich zu Ihrem allbekannten Schulungsleiter, hier Campleiter, 5 weitere erfahrene Fluglehrer zum Einsatz gebracht.

Unsere Mike Victoria war glücklich endlich mal wieder in die Luft zu kommen. Als wir das geschichtsträchtige Wenigenlupnitzer Land betraten, erwartete uns Trudi mit ihrem Freund Peter und beide hatten ein Auto dabei, um einige von uns zum Hotel zu chauffieren, vielen Dank dafür!

Als große Überaschung hatte unser Campleiter ein ebenso geschichtsträchtiges Hotel organisiert, dass uns auch noch unentgeltlich einen Bus zur Verfügung stellte, der uns zum Fliegplatz und/oder in die Stadt Eisenach chauffierte.





Aber erst einmal zum Fliegplatz

(wie schon gesagt, das ist der Platz zum Fliegen, wie auch ein Parkplatz der Platz zum Parken ist)





Dort wurde schon im ersten Weltkrieg ein provisorischer Feldflugplatz am Wartenberg gebaut. 1934 begannen die Planungen für einen Einsatzflugplatz des Fliegerhorstes Gotha am als günstiger bewerteten Kindel (Quelle Wikipedia). Mit Ausbruch des zweiten Weltkrieges wurde das Gelände von der Reichsluftwaffe als Fliegplatz in Betrieb genommen.

Am 1. und 2. April 1945 wurde er durch amerikanische Tiefflieger mit Brandbomben zerstört und am Folgetag besetzt. Am 1. August 1945 wurde er der roten Armee übergeben und erhielt durch die Nähe zur Grenze strategische Bedeutung. Ende der Fünfziger Jahre wurde neben dem alten Fliegplatz ein modernisierter Militärflugplatz gebaut. Am 16. Mai 1960 nahm die Lufthansa (Die Deutsche Lufthansa (zur Unterscheidung hier Deutsche Lufthansa (DDR) genannt) war die erste Fluggesellschaft in der DDR und bestand unter diesem Namen von 1955 bis 1963. Sie stand in keiner Beziehung zur Deutschen Lufthansa AG.) die Fluglinien Eisenach-Berlin und Eisenach-Barth auf, zeitweilig wurde auch Eisenach - Dresden geflogen. 1960 wurden dort 35.000 Passagiere abgefertigt!





Auf diesem geschichtsträchtiges Grund fielen die Panoramaflug mit 5 Fliegzeugen
und zusätzlich mit unserer Mike Victoria und der befreundeten Papa Kilo ein.











Jedes dieser Fliegzeuge erhielt eine akkurat vorbereitete Mappe mit den Anflugkarten, dem super ausgearbeiteten Programm des Wochenendes, den Trainingsprogrammen, die mit Fluglehrern abgewickelt wurden. Zusätzlich sollten die Besatzungen zwei Wettbewerbe absolvieren. 1. einen Überflug der ehemaligen Zonengrenze dokumentieren und zweitens eine Flugdurchführung von der Creuzburg zur Talsperre Seebach mit ganz speziellen Aufgaben.









Gegen 18 Uhr checkten die Besatzungen im Hotel "Alte Fliegerschule" ein

Um 20 Uhr gab es ein gemeinsames Abendessen im stylischen Restaurant "Bel Air" im Gewölbekeller





Das geschichtsträchtige Hotel hat uns begeistert!



1937-38 als fliegerische Vorschule erbaut unterstand es dem Reichsluftwaffenministerium und wurde 1939 bis 1945 als Flugzeugschlosserschule betrieben. Nach vierjähriger Ausbildung wurden die Schlosser dann zur Wehrmacht eingezogen. Die Fliegerschule wurde von Erziehern betreut und der Unterricht fand in den BMW Motorenwerken in Dürrer Hof statt. Auch Mädchen wurden damals schon mit ausgebildet! Sie wurden M -Boys genannt.

Zur Ausbildung gehörte der Segelflugschein und geflogen wurde auf dem Harsberg, auf dem Künkel und auf der Wasserkuppe.

Im einstigen Speisesaal durften wir Frühstücken, es ist heute das hoteleigene Restaurant. Am 4. April 45 besetzten die Amerikaner das Gebäude und im Juli übernahm es die Rote Armee. 1997 wurde es nach Sanierung als Hotel eröffnet.



http://www.landhotel-eisenach.de/hotel/geschichte/





Am Abend durften wir gemeinsam thüringische Gastfreundschaft im Gewölbekeller genießen





Am Samstag morgen ging es um 8 Uhr zum Frühstück und dann direkt zum Fliegplatz.

Die Piloten und Pilotinnen flogen mit Lehrern Notverfahren, wie Dirty oder clean Stalls, Steilkurven und machten Platzrunden mit unterschiedlichen Landungen, ohne Klappen, ohne einen Blick auf den Fahrtmesser. Sie landeten in EDBS, EDOF oder auch in EDOA. Für Nichtflieger Sömmerda, Bad Frankenhausen und Auerbach, was auch schon mal ein Ziel für ein Trainingslager war. Zum gemeinsamen Mittagessen traf man sich in EDBJ, Jena.









Michael und ich machten mit unseren Freunden Elisabeth und Christoph unterdessen Eisenach unsicher







Statt die Mädles shoppen waren, haben diesmal die Jungs zugeschlagen und staffierten sich im Partnerlook aus.

Wir wollten am gemeinsamen Mittagessen in Jena teilnehmen, aber das Wetter machte uns einen Strich durch die Rechnung. So besichtigten wir das Geburtshaus von Jahann Sebastian Bach ( ich darf nicht Jonny Bach sagen.....;-) )

Am Markt machten wir am alten Rathaus die entscheidende Entdeckung! Das 500 Jahre alte Rathaus im Renaissancestil hat am unteren Ende des Turmerkers die" Eisenacher Elle" einbetoniert. Diese Elle war das Maß aller Dinge für die Tuchverkäufer! Das Tuchmass für Händler und Käufer!

Daneben gibt es eine Öse für den Pranger..........während alle anderen sich mit den Fliegzeugen, Platzrunden und einem Wettbewerb mit einem Flug von der Creuzburg zur Talsperre Seebach abquälten, genossen wir die Eisenacher Kultur, wobei wir uns den Eselritt zur Wartburg wegen des Dauerregens ersparten.







Das gemeinsame Abendbrot fand am Flugplatz im Restaurant "Propeller" statt und bestand aus Spanferkel satt.......es ist eine tolle Geschichte, wenn man/ Frau mit Gleichgesinnten, Kultur und Gastlichkeit entdecken darf. Wenn es von einem Team dann noch so super organisiert ist, macht es doppelt und dreifach Spaß !!







Am Sonntag morgen lachte wieder die Sonne, aber wir konnten sehen als wir nach einem leckeren Frühstücksbüffet zum Fliegplatz kamen, dass der Thüringer Wald mit seinen aufliegenden Wolken uns den Heimweg versperren wollte.

Meine Freundin Elisabeth und ich stapfen hoch zum Tower wo wir einen ganz besonderen Ausblick auf die Wartburg genießen konnten. Der nette und gesprächige "Turmwächter" , manche sagen auch Controller....,

holte gleich die Karte hervor und zeigte uns wie und wo wir am besten dieses Sichtflughindernis umfliegen konnten. So machten wir uns auf den Weg nach Coburg. Mein Freund Michael verabredete sich mit Mike zum Schwätzen auf der 123,45. Ich verdrehte die Augen, weil ich genau wusste was da kam….ein ständiger Abgleich, was hast du auf der Uhr versus was hast du für eine groundspeed???

Cock (englisch für Hahn) und pit (englisch für Grube) bedeuten eigentlich Hahnengrube, womit die Arena für Hahnenkämpfe gemeint war, deshalb heisst das Cockpit so, immer kleine Kämpfchen, die da ausgetragen werden…..
(Quelle wikipedia)